Eine sehr kleine, aber feine Nische bedient die schwedische Sängerin Anna von Hausswolf. Ausgestattet ist sie mit einer fantastischen Stimme, die auch den Weg in klassische Konzerthäuser finden würde, und einer Orgel. ›Dead Magic‹ ist ihr neuestes, bisher sperrigstes und unumwunden bestes Album. Dem klaren Gesang früherer Werke wie ›Ceremony‹ hat sie nun größtenteils entsagt. An dessen Stelle ist eine leidende, bisweilen leiernde Liturgie getreten. Zum genannten Instrument gesellen sich stampfendes Schlagzeugspiel und treibende, langsame Gitarrenriffs. ›Orgel-Doom‹ ist dafür eine gute Beschreibung. Zentrale Stücke gibt es hierbei zwei: ›The Mysterious Vanishing Of Elektra‹. Die Stimme von Hausswolffs springt dabei in die Höhe, Worte formuliert sie selten, lediglich Geräusche. Dazu stampft der Song in stetiger Monotonie vor sich hin, ehe die Orgeltöne die abschließende Messe lesen. Es folgt ›Ugly And Vengeful‹. Knapp zehn Minuten singt von Hausswolff mehr oder minder vor sich hin, schwirren die Melodien scheinbar ziellos im Raum herum. Es gibt wenige Momente auf diesem Album, in denen sie so klar, »clean« singt – und auch hier trügt der Schein. Pünktlich zur zweistelligen Minutenmarke kippt alles um: Eine »Wall Of Sound« bricht herein, eher noch ein völliges, von der Orgel getragene Inferno.

 

Kommentare sind geschlossen.