Die südafrikanische Autorin lebt heute in Kanada und wählte für ihr Debüt das Land ihrer Kindheit, zu einer Zeit, in der das Apartheidregime die Mehrheit der Bevölkerung in sogenannte Townships und Homelands gedrängt hatte und die absolute Macht in den Händen einer »weißen« Minderheit lag. Das zentrale Ereignis der Erzählung ist der Aufstand von Soweto 1976, dessen blutige Niederschlagung eine lang anhaltende Protestwelle und Gewaltakte in den Städten nach sich zog. Im Zuge dieser Unruhen kreuzen sich die Wege der zwei unterschiedlichen Protagonistinnen des Romans. Die neunjährige Robin verliert ihre Eltern durch einen nächtlichen Anschlag, und Beauty Mbali sucht ihre Tochter, die an den Schüler- und Studentenprotesten in Soweto maßgeblich beteiligt war. Die Autorin versucht, die verschiedenen Perspektiven ihrer Figuren zu zeigen, wobei sie sich auf schwieriges Terrain begibt. Sie leben in zwei Parallelwelten, hervorgerufen durch die Segregation der Bevölkerung nach ihrer Hautfarbe. Robin wächst als Kind britischstämmiger Eltern in einer Umgebung auf, in der die Hautfarbe als Merkmal für Stereotype steht, für gut und böse. Auf der Suche nach ihrer Zugehörigkeit flüchtet sie sich in eine imaginäre Welt. Bianca Marais setzt sich mit der Erziehung zur Rassentrennung und damit verbundenen Schuldgefühlen und Unwohl sein aufseiten der »weißen« Elite auseinander.

 

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