›Ein schöner Tag (schade, dass Krieg ist)‹ – gibt es einen genialeren Einstieg in ein so engagiertes Album? Gleichnamiger Opener des ersten Longplayers der vier (Wahl-)Hamburger geht gleich mit heftig treibenden Gitarren, dem drückenden Bass, dem drängenden Schlagzeug und den kreischenden Synthies in die Vollen. Mit der wütenden Abhandlung der aktuell-politischen und gesellschaftlichen Lebenslage steht der Text diesem heftigen musikalischen Auftritt in nichts nach. Gleich mit den ersten Takten machen Brett klar, dass sie angetreten sind, um das ganz große Rad zu drehen. Das fängt beim doch recht außergewöhnlichen Sound, der irgendwo zwischen 70er-Synthies und aktuellem PostPunkRock pendelt, an und geht über die Texte bis zu den nicht alltäglichen Melodiebögen und Breaks weiter. Alles wirkt durchdacht und bemüht, eigene Weg zu gehen, und doch passt alles zusammen und wirkt schlüssig. Mit ›Dein Autotune‹ ist mein heimliches Highlight des Albums, aber doch ein eher ruhiges Stück. Es ist zwar nicht weniger sperrig, aber doch mit einer grandiosen und hypnotisierenden Melodie gesegnet. Hier fügt sich alles perfekt ineinander und ist doch noch ein Stück weit kratzig. Quasi die perfekte Schönheit. Klar ist das hier moderne junge Rockmusik, aber doch einzigartig in seinem Sound und seinen Melodiebögen. Sehr zu empfehlen (weil etwas direkter) ist auch die ›WutKitsch-Live-Session‹, die die Band auf Youtube veröffentlicht hat.

 

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