Es ist nicht erst seit Clint Eastwoods ›Gran Torino‹ ein beliebtes Filmmotiv: ein alter Grantler wandelt sich zum Gutmenschen. In ›Das etruskische Lächeln‹ schlüpft der mittlerweile 71-jährige Brian Cox in die Rolle des alten, kranken Rory MacNeil. Er macht sich von seiner schottischen Insel auf den Weg zu seinem Sohn Ian nach San Francisco. Fünfzehn Jahre haben sich die beiden nicht gesehen. Ian führt ein glückliches Familienleben, gemeinsam mit Ehefrau Emily, und seinem Sohn, Rorys Enkel. Eigentlich gäbe es in diesem US-Upper-Class-Yuppie-Ambiente wenig Grund für irgendwelche Reibereien – wären da nicht manches Unverziehene oder die Schrulligkeit des alten Schotten. Den bringt natürlich vor allem der kleine Enkel zum Auftauen, der für jede Geste der Aufmerksamkeit dankbar ist und seinen kauzigen Opa nach und nach erweicht.
Stellenweise ist der Plot von ›Das etruskische Lächeln‹ arg vorhersehbar. Seiner Krankheit erliegt Rory MacNeil erst, als alles gut ist, alle wichtigen Lebenserkenntnissen gemacht und weitergegeben sind. Der Enkel, der die »Läuterung« erst in Gang setzte, flüstert dem Opa auch noch ein altes gälisches Wort ins Ohr, das dieser ihm beibrachte. Trotz Überraschungscameos von Achtzigerjahre-Stars wie Rosanna Arquette, Treat Williams und Peter Coyote enthält das Drama zu viele filmische Déjà-Vus, die zwar teilweise herzerwärmend, oft aber auch beliebig sind.

Filmstart: 12. April

 

Kommentare sind geschlossen.