Wie einfach kann beziehungsweise darf man es sich als Band bei der Benennung seiner Werke machen? Preoccupations werfen diese Frage in dem Raum. Den einfachen Weg, den Gruppennamen herzunehmen oder durchzunummerieren, sparen sie sich dabei. Nein, schlicht ›New Material‹. Was soll das? Erwartungen runterschrauben? Schließlich können die acht neuen Stücke ja kaum etwas hermachen, wenn man schon so lieblos an den Titel herangeht. Dazu versammelt das Cover verschiedenste Grautöne als Statement. Und in der Tat, im Vergleich zum bisherigen Output der vier Kanadier fällt ›New Material‹ schon etwas ab. Die kühle, von Post-Punk und No-Wave beeinflusste, teils industrialartige kalte Atmosphäre ist geblieben, vielleicht noch etwas rauer, kantiger produziert. Die erste Single ›Espionage‹ ist als solche gut gewählt, hat sie doch den treibensten Refrain der gesamten Platte. Sänger Matt Flegel röhrt dazu, um den Joy-Divsion-Vergleich noch näher heranziehen zu können, in tiefer, jedoch abwesend klingender Manier. Was Preoccupations auf dieser Veröffentlichung dabei jedoch abgeht, ist die Enge, die Katharsis, das Verzweifelte, die den Originalsound der späten 1970er, frühen 1980er ausmachte. Es ist ein durchweg gutes, gelungenes Album voller »neuem Material«, eine wirkliche Großtat ist aber nicht dabei.

 

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