Neulich spielten Tidemore erst im Café Rückholz und nun schon hier bei uns im friedrich? Und das, obwohl der geneigte Leser meiner Beiträge in dieser Rubrik doch weiß, dass ich außer Neil Young keinerlei Akustik-Musik hier preise? Vielleicht liegt das ja daran, dass die beiden Brüder Matthias und Andreas Pietsch aka Tidemore auf ihrem dritten Longplayer sich ein bisschen breiter aufstellen und nicht »nur« auf Klavier und Akustikgitarre setzten, sondern hier und da auch eine Bassgitarre und ein Schlagzeug zum Einsatz brachten. Auf jeden Fall sind ihnen aber ausgesprochen schöne und ergreifende Songs gelungen. So richtig gekriegt haben sie mich aber dann doch mit ›The Same As You‹, ausgerechnet einem Song, der mich irgendwie sehr stark an Maximo Park’s ›Books from Boxes‹ erinnert. Dabei haben die beiden eindeutig nicht deren Melodie ausgeschlachtet. Aber auch ›The Brunt Of The World‹ oder ›As Long As We Move‹ sind ausgesprochen tolle Songs. Hier und da streuen Tidemore auch wieder die ganz zurückhaltenden Stücke ein, was sicher auch den Reiz des Albums als Ganzes ausmacht. Für mich persönlich aber ganz sicher auch, dass ich mich stark in die Zeit der ganz frühen 90er mit ihren in den Ruinen der untergegangen DDR spielenden düsteren und intensiven Bands zurückversetzt fühle.

 

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