Bad Belzig

Was eignet sich besser für die erste Etappe der diesjährigen friedrich-›Tour de Brandenburg‹ als eine Fahrt auf dem fast gleichnamigen Radweg »Tour Brandenburg«? Genau, nüscht! Mit 1.111 km ist die Tour Brandenburg der längste Radfernweg Deutschlands. Doch zunächst genügt eine rund 50 Kilometer lange Tagestour, für die es von Potsdam (Bhf. Rehbrücke) mit dem Regionalexpress nach Bad Belzig geht. Die Kurstadt, der übrigens der ehemalige Keimzeit-Schlagzeuger Roland Leisegang als Bürgermeister vorsteht, ist berechtigtermaßen Mitglied der Arbeitsgemeinschaft ›Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg‹.
Ihr Herzstück ist die über Tausend Jahre alte und sehr gut erhaltene Burg Eisenhardt mit ihrem weit aufragenden Bergfried, der einen imposanten Ausblick über Stadt und Umland bietet. Ferner sollte man die Innenstadt mit dem hübschen Rathaus auf dem Marktplatz besichtigen sowie die altehrwürdige Marienkirche, deren Schlussstein über dem Turmportal verrät, welcher nicht ganz unbekannte Prediger hier 1530 vor Ort war. Ein Hingucker ist auch die Kursächsische Postmeilensäule von 1725, die die Gehzeit nach Treuenbrietzen mit 4,625 Stunden angibt. Aber warum den direkten Weg nehmen, wenn man einen Umweg durch den schönen Fläming vorm Lenker hat?

Treuenbrietzen, Nikolaikirche

Deshalb geht es der Beschilderung mit dem roten Brandenburger Adler folgend südlich durch die kleine Ortschaft Bergholz. Die Radwege, die durch den Naturpark Hoher Fläming führen, sind gut ausgebaut und überwiegend asphaltiert. Kurz vor Grubo kann man linker Hand auf einem Feld einen Riesenstein aus der Eiszeit entdecken. Und sollte er nicht schon besetzt sein, eignet sich dieser durchaus als Pausensitzplatz. In Grubo selbst wurden im 13. Jahrhundert Feldsteine von etwas kleinerem Ausmaß zu einer sehenswerten Kirche verbaut.
Eine der für den Fläming so typischen Feldsteinkirchen – und zwar mit schönem Fachwerkturm – steht auch im nächsten Dorf, in Raben. Dort kann zudem in der Erlebnisausstellung in der »Alten Brennerei« einiges über die Welt des Naturparks in Erfahrung gebracht werden. Die ebenfalls am Wegesrand liegende Burg Rabenstein dient heute als Herberge und Gaststätte, sodass auch die verdiente Stärkung nicht ausbleiben muss.
Weiter geht die Fahrt durch Klein Marzehns, Garrey und kurz über Sachsen-Anhaltinisches Gebiet nach Marzahna. Hier kommen insbesondere Windmühlenfreunde auf ihre Kosten. Über Schwabeck und Lüdendorf erreicht man schließlich die Altstadt von Treuenbrietzen, die ebenfalls Teil der Arbeitsgemeinschaft ›historische Stadtkerne‹ ist. Die Stadt, die ihren Namen aus der Treue zum echten Fürsten gewann, als der »falsche Woldemar« sich 1348 als Markgraf ausgab, lädt mit seinen Fachwerkhäusern und beiden Pfarrkirchen sowie dem Rathaus zu einem gemütlichen Rundgang ein. Das letzte Stück der Tour führt dann mit dem Regionalexpress zurück nach Potsdam.

 

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