Illustration: Daniel Krauß

Wenn der Frühling endlich sein grünes Kleid anzieht, dann ist es wieder soweit: Wiesen, Blumen und Felder locken nach den grauen Wintertagen nach draußen ins Leben. Die Starre des Winters bröselt unter den warmen Sonnenstrahlen, die Bienen summen, die Blätterknospen platzen, das Leben beginnt wieder. Grün bedeutet Neuanfang, Fruchtbarkeit und Vitalität.
Für diese quicklebendige Kraft stehen alle »Unkräuter«. Sie wachsen ohne Einladung frech im Vorgarten und wollen trotz gärtnerischer Anstrengung einfach nicht verschwinden. Ausrupfen, wegjäten, abschneiden – alles sinnlos. Was für eine Lebenskraft, welch ein Wille zum Leben, welch mutige Lebenslust. Diese kühne Vitalität wünscht sich wohl jeder manchmal. Und warum nicht die dreisten Pflanzen einfach essen und so ihre Kraft in sich aufnehmen?
Dieser Gedanke ist sehr alt. So alt wie der Gründonnerstag – der Tag an dem das erste neunerlei Grün, die ersten kleinen Pflänzchen gesammelt werden. Es wird aber nicht nur gesammelt, sondern auch zubereitet und gemeinsam verzehrt: Eine wilde Gründonnerstagssuppe, ein aromatisches Bärlauchpesto, eine Brennnesselquiche für mutige oder ein frischer Wildkräutersalat mit Giersch gehören ab diesem Tag auf den Tisch. Die ersten Pflanzen tragen die ungeduldige Kraft des Winters in sich. Sie enthalten nachweisbar viele wichtige Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe und sind gesunde Nahrung für den Körper.
Eine der wichtigsten Frühlingspflanzen ist die Brennnessel. Durch ihre Brennhaare ist sie eine kleine Berühmtheit. Jeder kennt sie. Keiner mag sie. Dabei ist sie eine der vielfältigsten Heilpflanzen der Volksheilkunde. Sie wird bei Frühjahrsmüdigkeit, als Blutreinigungsmittel, bei Hauterkrankungen, Akne, Blasenentzündungen, zur Nervenstärkung, Kräftigung nach langen Krankheiten und in Belastungssituationen sowie zur Anregung der Blutbildung und Desensibilisierung des Immunsystems bei Allergien eingesetzt. Die regelmäßige Einnahme von Brennnessel in Form von Tee, Pflanzensaft oder als Wildgemüse bringt (Abwehr)Kraft und auch Willensstärke zurück. Nicht zu vergessen ist die überaus wirkungsvolle äußerliche Anwendung der Brennnessel zur Förderung der Durchblutung bei Muskelverspannungen, Ischiasbeschwerden, Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden. Dafür pflückt man sich eine Brennnessel und reibt die entsprechenden Hautpartien damit ein. Der Pflanzensaft reizt die Haut und regt die Selbstheilungskräfte an.
Aber auch als Wildgemüse ist die Brennnessel mit ihrem spinatähnlichen Geschmack zu empfehlen. Sie kann im Frühling anstelle von Spinat für eine Quiche verwendet werden. Getrocknet ergibt sie einen schönen Tee. Im Spätsommer können die nussig schmeckenden Samen geerntet werden, die sehr nahrhaft sind.

Tipp: So tut‘s weniger weh

Einmal mit dem Nudelholz über die jungen Pflanzen walken, dann brennen sie bei der Weiterverarbeitung nicht mehr so stark.

Heilpraktikerin
Susanne Hackel
0176 .226 777 45
www.susannehackel.de

 

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