Der ›Stoffonkel‹, ein Brandenburger Startup-Unternehmen, erobert von Stahnsdorf aus den Stoffmarkt. Nach den ersten vier erfolgreichen Jahren wird nun gefeiert. friedrich sprach mit einem der Gründer und Geschäftsführer: Stephan Fröhlich.

Stephan, wie ist der ›Stoffonkel‹ entstanden?
Gegründet haben wir, Brigitte und ich, den ›Stoffonkel‹ 2014. Zunächst war unser Wunsch, den Mühlen multinationaler Konzerne zu entfliehen und in der Selbstständigkeit die Dinge etwas besser zu machen. Es fehlte noch eine Idee, die uns wirtschaftlich sinnvoll, aber auch nachhaltig und sozial agieren lassen könnte. Brigitte hatte vor vielen Jahren das Thema Nähen für sich entdeckt, darum schauten wir uns den Markt und die stetig wachsende Do-It-Yourself-Szene an. Diese Szene findet sich weitestgehend in den sozialen Netzwerken zusammen und zeichnet sich durch Kreativität, Spontanität und Neugier auf Neues aus. Wir kamen schnell aufs Thema ›Stoff‹, speziell auf den bis dahin kaum besetzen Bereich der Biostoffe – ein wachsender Markt, in dem es, neben den Designs, auf ökologische Aspekte und auch faire und soziale Arbeitsbedingungen ankommt. Kurzum: Es geht um Biostoffe, die nach einem der höchsten überhaupt möglichen Standards, dem GOTS-Standard, produziert, verarbeitet und vertrieben werden. Zertifiziert wird die gesamte Produktionskette, vom Saatgut für die Baumwolle bis hin zu uns, in unsere ›Plantage‹, wie wir sie liebevoll nennen. Der Name ›Stoffonkel‹ entstand bei einem Glas Wein und klingt mit Absicht ein wenig familiär und eben freundlich, mit einem Wiedererkennungseffekt.

Was für Stoffe habt ihr im Sortiment?
Unsere Stoffe, hauptsächlich Baumwoll-Jerseys, eignen sich hervorragend für die Herstellung von Kleidungsstücken. Mit unseren Designs richten wir uns vor allem an Mamis, die ihre Kinder benähen und die Wert auf Design und Schadstofffreiheit legen. Wir wollen nicht Mainstream sein, eher individuell mit relativ kleinen Produktionsmengen. Und wenn wir ›Öko-Stoff‹ sagen, dann meinen wir das auch und grenzen uns damit weit von dem ab, was uns Modeketten als ›Bio‹ verkaufen.

Wie kommt man an euren Stoff?
In der Hauptsache beliefern wir Wiederverkäufer, also Online-Händler, aber auch lokale Stoffgeschäfte, Konfektionäre und auch Hobbynäherinnen, die aus unseren Stoffen Kleinstserien an Kleidungsstücken fertigen und diese auf Kreativmärkten oder Kreativplattformen im Internet vertreiben. Natürlich gibt es auch einen Online-Shop und ein Outlet, in dem nach Herzenslust gestöbert und kombiniert werden darf. ›Kombinationen‹ sind hier auch ein gutes Stichwort: Passend zu unseren Designstoffen haben wir auch immer Kombinationsstoffe vorrätig, also Streifen, Unis und Bündchen.

Beliefert ihr auch Potsdamer Läden?
Na klar! Einige Bespiele sind hier die Mädels von ›süssStoff‹ in der Zeppelinstraße, ›Texstile‹ in der Jägerstraße und, zugegeben nicht ganz Potsdam, die ›Rotznasen und Zuckerschnuten‹ in Berlin.

Woher kommen eure Designs?
Das ist sehr unterschiedlich. Wir arbeiten mit vielen, teils bekannten, teils weniger bekannten Designern zusammen. Hier wählen wir aus einer Vielzahl von Vorschlägen eben die Designs aus, die unserem Geschmack und damit dem Stil vom ›Stoffonkel‹ entsprechen. Manchmal entstehen bei uns aber auch einfach nur Ideen für neue Designs und Muster, die wir dann auch gerne auf den Stoff bringen.

In diesem Monat gebt ihr eine große Plantagen-Party.
Was ist da so los?

Einiges. Nach dem Erfolg der ersten Plantagenparty in 2017 möchten wir auch in diesem Jahr wieder ein solches Event für unsere Privatkunden anbieten. Wir planen eine Mischung aus Szenetreff, DIY-Event und natürlich Party! Vor Ort sein werden viele Kreativ-Köpfe, Designer und Näher. Daneben wird es einen großen Stoff- und DIY-Verkauf, Workshops, Livemusik und ein Kinderprogramm geben. All das in einem eher familiären Umfeld, kein Massenevent und mit garantiertem Wohlfühl-Faktor. Schließlich wollen auch wir mitfeiern.

Stoffonkel GmbH
Ruhlsdorfer Straße 95
Greenpark, Gebäude 19
14532 Stahnsdorf
www.stoffonkel.de

 

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