Von einem, der auszog, um wiederzukommen, erzählt Jan Böttcher in seinem neuen, wunderbar lakonischen Roman ›Das Kaff‹.
Michael Schürtz hatte einen ungünstigen Start ins Leben. Er stammt aus einer Kleinstadt im Norden Deutschlands, wo er von der Schule fliegt und Glück hat, eine Tischlerlehre machen zu können, die er später in Berlin zu einem Architekturstudium ausbaut. Die große Stadt soll ihn aus der Lethargie der Provinz reißen, ihn beruflich voranbringen. Als er aber gerade aus seinem Architekturbüro gemobbt werden soll, wird ein Auftrag an ihn herangetragen, der ihn just in seine verhasste Heimatstadt führt. Als Bauleiter einer Eigenheimsiedlung bekommt er es mit Investoren, Eigentümern und unweigerlich auch mit dem Rest der Stadt, zum Beispiel seinem nerdigen Bruder und seiner heiligen Schwester, zu tun. Zunächst desinteressiert und hochmütig lässt er sich schließlich mehr und mehr auf seine Vergangenheit und die Gegenwart ein. Er kehrt zurück. Aber diesmal auf seine Art. In Momenten komisch, oft kaltschnäuzig, aber immer aufrichtig und reflektiert erzählt Jan Böttcher vom Weggehen und Wiederkommen und davon, dass man sich seine Heimat ein Stück weit auch erarbeiten muss. Der gebürtige Lüneburger hat selbst erst nach vielen Jahren als Musiker und Schriftsteller in Berlin seinen Frieden mit der Heimatstadt gemacht.

Am 3. Mai um 20 Uhr liest Jan Böttcher in der Potsdamer
Buchhandlung Viktoriagarten.

 

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