Roman Polanski ist inzwischen 84 Jahre alt und hat über 25 Filme gedreht. Nun kommt sein neuer Psychothriller ›Nach einer wahren Geschichte‹ in die Kinos. Darin verkörpert Polanskis langjährige Ehefrau Emmanuelle Seigner die an einer Schreibblockade leidende Romanautorin Delphine. Sie ist durch endlose Lesetouren, Signierstunden und vereinzelte Drohbriefe am Ende ihrer Kräfte. Da kommt ihr die junge, attraktive Elle, gespielt von Eva Green, die als Ghostwriterin ihr Geld verdient, überaus gelegen. Scheinbar selbstlos übernimmt Elle immer mehr Aufgaben für die ausgebrannte Delphine, sie zieht sogar mit in deren Stadtwohnung, später dann auch ins (natürlich) abgeschiedene Landhaus. Delphine wird zunehmend zu einem wehrlosen Objekt von und für Elle. Bedrohliches, das mal mitschwingt und mal hervorbricht, Andeutungen, die mal verlaufen, aber dann wieder zwecks Spannungsaufbau inszenatorisch voll ausgeschöpft werden – das konnte und kann Roman Polanski immer schon sehr gut. Früher hat er sich dabei mehr auf die Kraft seiner Einstellungen und Bilder verlassen, heute schafft er es durch ein starkes Skript und großartige Schauspieler. Was zur schnöden Altherrenfantasie hätte geraten können, wie etwa Brian DePalmas letzter Film ›Passion‹, gerät unter Polanski zu einem zwar nicht fortwährend fesselnden, aber immer noch vorzeigbaren Spätwerk.

Filmstart: 17. Mai

 

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