Ausgehend von den Schriften des antiakademischen Kunsthistorikers Carl Einstein (1885–1940) widmet sich die Ausstellung der Verzweiflung an der Gegenwart und dem drängenden Interesse an einer »Abänderung« des Humanen, wie sie sich von den 1920er- bis in die 1940er-Jahre in den künstlerischen Avantgarden und den Wissenschaften vom Menschen manifestierten. Neolithische Kindheit untersucht, wie die künstlerischen Avantgarden auf die multiplen Krisen der europäischen Moderne um 1930 reagiert haben – die »Krise des Bewusstseins«, die Revisionen der Früh- und Vorgeschichtsschreibung, das imperialistische Kräftemessen, die Barbarei des technologischen Massenkriegs, den Schock der kapitalistischen Industrialisierung, das Scheitern der Zweiten (Sozialistischen) Internationale, das Endspiel des bürgerlichen Humanismus und die Heucheleien des Kolonialdiskurses. Gezeigt werden etwa Werke von Jean Arp, Willi Baumeister, Georges Braque, Lux T. Feininger, Max Ernst oder Paul Klee. Bis 9. Juli.

Haus der Kulturen der Welt
Mi–Mo und feiertags 11–19 Uhr
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

 

Kommentare sind geschlossen.