Da ist sie wieder: die Frage nach der Ähnlichkeit in der Stimme des Sängers. Schon beim Vorgänger sinnierte ich ja an dieser Stelle über die Ähnlichkeiten zu Peter Heins (Fehlfarben) Stimme. Und auch dieses Mal dauerte es zwei bis drei Songs, um auf diesen Trichter zu kommen. Aber No°rd sind natürlich wesentlich mehr. Mit ›Paläste‹ sind die fünf Jungs ein ganzes Stück gewachsen. Die Platte wirkt noch mehr wie aus einem Guss, noch stimmiger, noch kompletter. Klar, dass die Gitarren immer noch Schrammeln, der Gesang kratzig geblieben ist, aber das Ganze eben auf einem höheren Level. Ich muss auch feststellen, dass ich dieses Album wesentlich öfter in meiner Playlist zum Hören habe als den Vorgänger. Und der war schon ganz weit vorne. Auf dem vorliegenden Zweitwerk erweitern die Jungs, wie sie so schön sagen, den Blick auf ausgegrenzte Individuen um die politische Komponente, nehmen historische und aktuelle Kämpfe für ein gutes Leben in den Blick und führen musikalisch den eingeschlagenen Weg mit mehr Selbstbewusstsein konsequent fort. Da kann ich nur nicken und das Album zusätzlich auch auf Vinyl kaufen gehen. Schließlich »will die Säge irgendwann sägen« – und mit ihrem Zweitling haben No°rd ganz klar ihre eigene klangliche Welt und Sprache manifestiert und ihren eigenen Stil gefunden. Und der funktioniert und schreit nach mehr!

 

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