Viele Schauspieler führen irgendwann auch Regie. Man denke an Barbra Streisands Debüt ›Yentl‹ von 1983 oder an die Regiekarriere von Clint Eastwood, die 1971 mit ›Sadistico‹ begann. Nun legt der britische Darsteller Rupert Everett seinen Erstling ›The Happy Prince‹ vor. Darin verkörpert Everett selbst Schriftsteller Oscar Wilde, dessen Werke wie ›Teleny‹ oder ›Das Bildnis des Dorian Gray‹ von Zeitgenossen angehimmelt und gleichzeitig verdammt wurden, in seinem letzten Lebensabschnitt. Der 59-jährige Schauspieler ist für die Rolle geradezu prädestiniert: Er lebt nicht nur offen seine Homosexualität aus, sondern wirkte in Verfilmungen von Oscar-Wilde-Theaterstücken wie ›Ein perfekter Ehemann‹ und ›Ernst sein ist alles‹ mit. Im Zimmer einer billigen Absteige in Paris liegt ein alter und mittelloser Oscar Wilde auf seinem Sterbebett und lässt sein Leben Revue passieren. Wir erleben Wildes Versuch, sich mit Ehefrau Constance zu versöhnen, die fatale Liebesaffäre mit Lord Alfred Douglas sowie die vergeblichen Bemühungen von Robbie Ross, Wilde vor sich selbst zu retten.
Rupert Everetts Debütfilm, für den er die A-Liga britischer Schauspieler wie Colin Firth, Emily Watson und Tom Wilkinson gewinnen konnte, kann sowohl als – wenn auch streckenweise etwas kraftlos inszeniertes – Biopic über die irische Schriftsteller-Ikone als auch als politische Anklage gegen Altersarmut vorbehaltlos empfohlen werden.

Filmstart: 24. Mai

 

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