Wer kennt es nicht: Die Musik als kleine, persönliche Zeitreise. Neulich besuchte ich einen kleinen Club im Herzen Berlins, der vor einer Dekade ziemlich oft Anlaufstelle war. Es kostete immer einen Fünfer Eintritt, man kannte irgendwann die Leute vor und hinter der Bar und die Musik war in den meisten Fällen überzeugend und der Laden voll. Selten auch nicht, dann war es aber kein Wunder, dass außer den Eltern der Band sonst niemand gekommen war. Neulich also die kleine persönliche Rückkehr: und siehe da, es war vieles wie immer. Die gleichen Leute, derselbe schummrig-schrammelige Stil der Bar und auch des Sounds des wohnzimmergroßen Etablissements. Nett beziehungsweise gut war es, auch wenn der ganz große »Aha-Effekt«, der sich bei den quasi Erstbesuchen einstellte, weg war. Früher war eben mehr Lametta. Das Lametta dieser Rezension ist jedoch nicht der »Schokoladen«, sondern etwas ganz anderes: Die neue Platte von A Perfect Circle, die überraschend nach recht langer Zeit ein neues Album herausbringen. Wer sich nicht von dem furchtbaren Cover abschrecken lässt, den erwartet ein Dutzend neuer Stücke, deren Fazit im obigen Absatz steckt: Gutes Werk, schön, dass es da ist, insbesondere um in Erinnerungen zu schwelgen. An den ersten Moment, wenn ›Mer De Noms‹ aus den Boxen wabert, kommt jedoch nichts mehr heran.

 

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