Viel Geheimhaltung wurde um ›Tranquility Base Hotel & Casino‹, das sechste Album der Arctic Monkeys, betrieben. Keine Singles vorab, nur eine knappe Ankündigung ein paar Wochen vorher und somit erst mit dem Release der Kompletteindruck. Ein solcher zeigt auch, warum dem so ist: ›Tranquility Base Hotel & Casino‹ ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Viele Fans der Briten werden mit dem neuen Sound sicherlich nicht warm werden, die meisten werden eine Weile benötigen. Schon ›AM‹, der Vorgänger, wählte einen anderen Weg. Weg von den schnellen, dynamischen Diskohymnen (wie ›I Bet You Look Good On The Dancefloor‹), hin zum erwachsenen, entschleunigten Sound. Das neue Werk ist nun noch mal eine Stufe langsamer, böse Zungen werden sagen: langweiliger. Dabei liegt hier das Spannende im Detail. Man nimmt sich den Rocksound der 1970er-Jahre zum Vorbild, allerdings weder den Punk noch den Stadionrock, sondern den sogenannten Artrock. David Bowie lässt grüßen. Schuld daran ist auch Alex Turners lasziver Sprechgesang, der keinen klaren Melodiestrukturen mehr zu folgen scheint. Vielmehr redet er seine Texte herunter. Hinterlegt ist er dabei von einem organischen, in den Einzelheiten interessanten Soundgewand. Wie diese Stücke live funktionieren sollen? Kaum denkbar. Auf der heimischen Couch dafür umso mehr.

 

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