Der Maler, Fotograf und Installationskünstler Hans-Peter Klie reflektiert in seinen Werken philosophische Ansätze und Gedanken, verbindet sie mit den Theorien de Saussures, Derridas oder Nietzsches. Bereits im letzten Jahr berichtete friedrich über die Rauminstallation ›Wie die Bilder nichts wären‹, in der Klie den Kirchenreformator Martin Luther und sein Verständnis von Texten und Bildern kritisch hinterfragte. In diesem Jahr will er sich mit Fiktion und Realität in der Fotografie auseinandersetzten, einem Thema, das sich im Zeitalter der Digitalisierung und der daraus resultierenden Entstehung »alternativer Fakten- und Bilder« aufdrängt. In seiner Ausstellung ›Philosophische Perspektiven – konzeptionelle Fotografie‹ präsentiert Klie vom 2. Juni bis zum 20. Oktober frühe und aktuelle Fotoserien, Objekte, Installationen und animierte Bildfolgen. Alle 13 Arbeiten zeigen den Wechsel vom analogen Foto zur digital bearbeiteten Bilddatei seit den 90er-Jahren und behandeln die Geschichte und die mediale Bedeutsamkeit der Fotografie. Die künstlerischen Werke verknüpft er mit philosophischen Überlegungen, fragt unter anderem nach der »Wahrheit«, ein Wort, das im Zusammenhang mit der Fotografie immer wieder benutzt wird. In Zeiten von Instagram, Facebook, Twitter und Snapchat, wo Bilder und Fotos zu neuen Kommunikationskanälen werden, denen sich jeder beliebig bedienen kann, mischen sich Fiktion und Realität mehr denn je und lassen eine neue Wahrheit entstehen, die einer Rechtfertigung bedarf. Kann ein Foto die Realität abbilden oder sich ihr nur annähern? Ist Subjektivität gleich Authentizität? Und wenn alles, was nicht wahr ist, falsch ist – ist dann alles Wahre auch richtig und alles Falsche unrichtig und gelogen? Diesen Fragen will der Künstler mit den Bildern, historischen Materialen und Dokumenten und den dazugehörigen erläuternden Texten auf den Grund gehen. Kunst und Philosophie sind für Hans-Peter Klie eng verwandte Disziplinen, darum stehen seine künstlerischen Werke oft in Verbindung mit dem geschriebenen Wort. Manchmal reichen sogar wenige Buchstaben, wie das Wörtchen »oder«, geschrieben auf ein Plakat, gehalten von einem Kind, um den Sinn eines Bildes erfassen zu können. Die Ausstellungseröffnung findet am 2. Juni in Klies Galerie in Kolochau statt. Die Besucher erwartet in diesem Rahmen ein Antik- und Trödelmarkt sowie ein abendliches Gartenfest, um die Vernissage ausklingen zu lassen. [Betty Severin]

›Philosophische Perspektiven – konzeptionelle Fotografie‹; Vernissage: Samstag, 02.06.2018, 16 Uhr; Galerie Kunst & Archiv, Dorfstraße 13, 04936 Kolochau; www.hans-peter-klie.de

 

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