Das Paradebeispiel für einen großen Mystery-Thriller ist Roman Polanskis ›Rosemarys Baby‹, der modernen Satanismus mit banalem Alltagsleben verknüpft – und den Horror damit meisterhaft steigert. In Ari Asters neuem Film ›Hereditary‹ nun steht Familie Graham im Mittelpunkt. Sie besteht aus Mutter Annie, Vater Steve, Tochter Charlie und Sohn Peter und wohnt im schicken Bungalow am Waldrand. Bis auf die Teenagerproblemchen der beiden Sprößlinge gibt es wenig, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Bis Annies Mutter stirbt und sich unheimliche Vorkommnisse häufen. Annie muss nun tief in die Geheimnisse ihrer Vorfahren eintauchen, um einem ihr vererbten schrecklichen Schicksal zu entgehen.
Eine dunkle übernatürliche Kraft hält Einzug in den Haushalt – das hat es in der Vergangenheit zur Genüge gegeben. Die Kunst dabei ist es, die beiden Parallelebenen von Übernatürlichem und Alltäglichem schlüssig miteinander zu verbinden, und genau das gelingt in ›Hereditary‹ nicht. Beides läuft losgelöst nebeneinander her. Manche Dialoge wirken deshalb lächerlich, auch wenn die Schockeffekte sitzen und der Adrenalinspiegel des Zuschauers konstant erhöht bleibt.
Der Verkauf von Kinofilmrechten an die Fernsehsender dauert in der Regel mittlerweile nur noch drei bis vier Jahre. Im Falle von ›Hereditary‹ kann man getrost gelassen auf den Sendeplatz unter der Woche um 22.15 auf RTL II warten.

Kinostart: 14. Juni

 

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