Dieses Jahr im April fand das erste afrikanische Literaturfestival unter dem Titel ›Writing in Migration‹ in Berlin statt. Namenhafte Schriftsteller wie Chika Unigwe (›Black Sisters Street‹), Brian Chikwawa (›Harare North‹) und allen voran Chris Abani (›Grace Land‹) waren dabei, daneben aber auch interessante Newcomer. Obwohl die meisten Künstler hierzulande noch wenig bekannt sind, waren viele ihrer Bücher schnell ausverkauft. Olumide Popoola lebt in London und agierte als Kuratorin. Ihre Novelle ›This is not about Sadness‹, die noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde, berührt durch ihre diffizilen Themen. In feinfühliger, stiller Weise lässt sie ihre drei Protagonistinnen erzählen. Die farbige Südafrikanerin Tebo, Mrs. Thompson, eine einsame, pensionierte Jamaikanerin, und Amina, eine junge Mutter, begegnen sich in unmittelbarer Nachbarschaft im Norden Londons. Sie sind Teil zweier Generationen von Einwanderern, Englands postkolonialer Diaspora. Die flippige Tebo erkennt hinter Mrs. Thompsons schrulliger Fassade eine verborgene Herzlichkeit. Es entwickelt sich eine zaghafte, anfangs kantige Beziehung zwischen den beiden Frauen. Die Autorin kehrt in ihrer Schreibweise das Außen nach innen und lässt die Gedanken ihrer Figuren sprechen. Vergangenes und Unaussprechliches werden sichtbar, denn auch Tebo trägt ein Geheimnis mit sich.

 

Kommentare sind geschlossen.