Mit ›The Rider‹ ist der chinesisch-amerikanischen Regisseurin Chloé Zhao ein filmischer Coup gelungen. Sie platziert ihren Helden Brady Blackburn nach einem Rodeounfall, von der er eine schwere Kopfverletzung davonträgt, mitten in die bekannten Westernschauplätze in Süd-Dakota. Der junge Brady, der kaum Schulbildung genossen hat, muss nach seinem Unfall im lokalen Supermarkt arbeiten. Glücklich macht ihn das nicht. Brady wohnt mit Vater und Schwester zusammen, und seine OP-Narbe am Kopfhälfte trägt er mal als Makel, mal als Auszeichnung. »Gib niemals deinen Traum auf«, rät ihm der schwerbehinderte Patient einer Klinik. Doch was soll Mann tun, wenn der bisherige Lebensinhalt – Reiten und an Wettkampfrodeos teilnehmen – durch das Schicksal erst einmal vernichtet ist? Klarer Fall: Sich dem früheren Leben langsam wieder annähern, auch wenn das bedeutet, wilde Pferde zu bändigen – sodass die nächste Verletzung vorprogrammiert scheint. Regisseurin Zhao erschafft in ›The Rider‹ schöne Momente ohne Pathos, Postkartenmotive ohne Kitsch, Schmerzerfülltes ohne Larmoyanz und viel Emotionalität ohne Sentimentalität. Brady Jandreau spielt hier differenziert und gleicht einem jungen Gott. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er zu einem neuen Heath Ledger avanciert, nicht nur wegen dessen Mitwirkung an ›Brokeback Mountain‹. All das macht ›The Rider‹ zu einem must-see im anstehenden Kinosommer.

Kinostart: 21. Juni

 

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