Sie ist eine der letzten Schöpfungen Knobelsdorffscher Prägung. Der Bau der Neptungrotte im Park Sanssouci begann 1751, ihre Vollendung erlebte der zwei Jahre später verstorbene Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff schon nicht mehr. Das gestalterische Multitalent an der Seite Friedrichs II. wollte mit diesem Projekt die Verbindung zwischen Architektur und Natur buchstäblich fließend herstellen. In die kaskadenförmig angebrachten Muschelschalen an den Seiten sollte frisches Havelwasser sprudeln, vorbei an Najaden, Tritonen und dem über alles wachenden römischen Meeresgott höchstpersönlich. Ob Knobelsdorff bereits die Erkenntnis mit ins Grab nahm, dass sich dieses Schauspiel damals als technisch noch nicht durchführbar erwies, ist ungewiss. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dafür die Voraussetzungen geschaffen – in Gestalt des als »Moschee« bekannten Dampfmaschinenhauses an der Neustädter Havelbucht. Fast zeitgleich ist auch die marmorne Grotte restauriert worden, bevor der Zahn der Zeit lange an ihr nagte. Mithilfe von großzügigen Spenden läuft seit 2014 die neuerliche Instandsetzung, die noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen soll. Einen ersten Blick hinter die fast fertigen Kulissen bietet ein geführter Rundgang am 26. Juli, bei dem unter anderem die einzelnen Schritte der Sanierung erklärt werden, bis sich die Parkbesucher wieder an den dekorativen Wasserspielen erfreuen können. Knobelsdorff wäre davon sicherlich erquickt.

Führung Neptungrotte; 26. Juli, 16.00 Uhr
(Treffpunkt: Neptungrotte); Referent: Dr. Dirk Dorsemagen (SPSG)
Infos und Anmeldung: URANIA ›Wilhelm Foerster‹ Potsdam e. V.
T (0331) 29 17 41, M verein@urania-potsdam.de
Teilnehmerpreis: 10 € / ermäßigt 8 € (für Vereinsmitglieder)

 

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