Nach 12 Jahren Schule und geschafftem Abitur stand ich vor der Frage: Was nun? Ich hatte die Qual der Wahl: Studium, Ausbildung, Work and Travel, Au-pair. In diesem Dschungel an Möglichkeiten ist es für junge Erwachsene oft schwierig, sich zu entscheiden. Ich entschloss mich zu einem Freiwilligendienst im Ausland. Ich habe zwar in der Vergangenheit schon andere Länder bereist, aber da ich bisher nicht über Europa hinausgekommen bin, stand fest: Ich möchte auf einen anderen Kontinent und eine andere Kultur als unsere westliche kennenlernen. Doch in der Weltgeschichte herumzutingeln kam für mich nicht infrage, was meine Entscheidung für einen Freiwilligendienst bestätigte. Er bietet mir die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen und einen tieferen Einblick in deren Leben zu bekommen als ein Tourist durch seine Kamera.
Schon letzten September hatte ich bei ›weltwärts‹ nach Entsendeorganisationen recherchiert und mich bei der Organisation ›Welthaus Bielefeld‹ mit Lebenslauf und Motivationsschreiben beworben. Ich folgte der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch nach Bielefeld und kam mit gutem Gefühl nach Hause zurück. Doch einige Tage später die große Enttäuschung: eine Absage für die Ausreise nach Mexiko. Hier lernte ich meine erste Lektion: Nachfragen kostet nix! Ein paar Emails und Telefonate ergaben, dass ich aber nach Peru gehen könnte. Meine Einsatzstelle wird die Kindertagesstätte Casa Belén im Zentrum Limas, der Hauptstadt Perus, sein. Von der jetzigen Freiwilligen erfuhr ich, dass ich die Kinder, die aus einem schwierigen sozialen Umfeld stammen, wie eine Erzieherin betreuen werde und es Raum auch für eigene Projekte gibt.
Natürlich kann man solche Freiwilligendienste auch kritisch sehen: Wer profitiert davon am meisten? Wie kann ich als Laie den Kindergarten bereichern und nicht zur Last werden? Wie kann ich neue Ideen einbringen, ohne die Menschen vor den Kopf zu stoßen? Wie nachhaltig ist es für ein Land, jedes Jahr Jugendliche zu schicken und so weiter. Diese Fragen werde ich wohl erst beantworten können, wenn ich vor Ort bin und meine eigenen Erfahrungen gemacht habe.
Trotz der Freude, bald auszureisen, habe ich große Angst vor der Sprachbarriere, da ich in der Schule kein Spanischunterricht hatte. Um diese zu verringern, habe ich im Selbststudium ein Lehrbuch durchgearbeitet, einen Volkshochschulkurs besucht und Filme auf Spanisch geschaut. Da die effektivste Methode, eine Sprache zu lernen, aber das Sprechen ist, habe ich über Internet Sprachtandempartner gefunden, also Menschen, die Spanisch sprechen und mit mir Deutsch lernen wollen. Ich habe nette Peruaner kennengelernt, die mir viel über ihr Land erzählten. Gegenseitig konnten wir Vorurteile abbauen: Nicht alle Südamerikaner kommen zu spät und nicht alle Deutschen sind pünktlich. Auch mit meinem Äußeren konnte ich die Erwartung von blond und blauäugig nicht erfüllen. Das zeigt mir, dass der kulturelle Austausch über den Freiwilligendienst Menschen und Länder einander näherbringen kann.
Damit solche Vorteile des Freiwilligendienstes weiterhin bestehen, muss dieser finanziert werden. Die Finanzierung übernimmt zu 75 Prozent das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die fehlenden 25 Prozent, rund 2500 Euro, sollen von mir als Freiwilligem zusammengetragen werden, indem ich einen Unterstützerkreis aufbaue und über das ›weltwärts‹-Programm informiere. Wenn ich Sie für mein Projekt begeistern konnte, freue ich mich sehr über eine finanzielle Unterstützung (Kontodaten siehe unten). Wer mich noch weiterhin auf meiner Reise begleiten möchte, kann meinen Blog unter merteperu.blogspot.com besuchen.

Spendenkonto:
Kontoinhaber: Jeannette Heiland
IBAN: DE 84 1605 0000 6502 0794 72

 

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