In der Nacht zum 21. August 1968 marschierten Hundertausende Soldaten des Warschauer Paktes in die tschechoslowakische Stadt Prag ein und brachten sich in Stellung. Der militärische Eingriff sollte die Reformpolitik des damaligen Generalsekretärs der tschechoslowakischen Kommunisten Alexander Dubcek beenden.
Dubcek hatte seiner Vision vom »Sozialismus mit menschlichem Antlitz« Taten folgen lassen und die bis dahin repressive Politik korrigiert. So schaffte er die Vorzensur ab und machte Ernst mit der Rede- und Versammlungsfreiheit. Während viele Tschechoslowaken diesen Kurs begrüßten, stieß er bei den Regierenden der anderen Warschauer-Pakt-Staaten auf massive Kritik. Aus Furcht vor ähnlichen Entwicklungen in den eigenen Ländern gingen sie mit ganzer Härte gegen die demokratische Entwicklung im Bruderstaat vor.
Der damals 18-jährige DDR-Bürger Ernst Reppin war vor Ort und wurde Augenzeuge der Geschehnisse. Mit Freunden machte er gerade Urlaub in einem Vorort Prags. Als sie von den Ereignissen hörten, fuhren sie direkt auf den Wenzelsplatz. In dort ausgegebenen »Flugblättern (…) wurden die Sowjets aufgefordert, die Okkupation zu beenden und die sowjetischen Truppen abzuziehen«, erinnert sich der Zeitzeuge. Reppin und seine Begleiter nahmen einen Stapel Flugblätter mit und verteilten sie in ihrem Urlaubsort. Genau das sollte ihnen später zum Verhängnis werden: Zurück in ihrem Heimatland wurden alle vier wegen »staatsfeindliche Hetze« gegen die DDR angeklagt und zu Haftstrafen verurteilt. Zwar kamen die Freunde vorzeitig aus der Haft frei, doch das Erlebte bestimmte fortan ihr Leben.
In der Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße erinnern der Zeitzeuge Ernst Reppin und der Gesandte der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin Milan Coupek im Gespräch an dieses historische Ereignis.

Zeit: Dienstag, 21. August 2018 um 18 Uhr
Ort: Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße,
Lindenstraße 54, 14467 Potsdam
Der Eintritt ist kostenfrei

 

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