Hafermilch erfreut sich inzwischen vieler Liebhaber, nicht nur unter Veganern oder Menschen mit Laktoseintoleranz. Denn Hafermilch ist gesund und schmeckt lecker. Die Auswahl an industriellen Produkten ist hierbei riesig. Wer möchte, kann Getreidemilch auch ganz einfach manuell herstellen.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen industriell hergestellter und selbst gemachter Getreidemilch. Denn gekaufte Hafermilch enthält fast immer Zucker. Und das, obwohl auf der Zutatenliste meist nur Wasser, Hafer, Sonnenblumenkernöl und Meersalz zu finden ist. Doch woher kommt dann der Zucker?
Um Hafermilch herzustellen wird ein Brei aus Hafer und Wasser im Verhältnis eins zu zehn aufgekocht und anschließend mit Enzymen versetzt. Letztere wandeln einen Teil der Stärke in Zucker um. Dieser Vorgang der Stärkeumwandlung entspricht in etwa der Zuckerherstellung in den Zuckerraffinerien. In beiden Fällen werden die Bindungen der langkettigen Zucker gelöst, sodass die Stärke in einzelne Zuckerbausteine zerfällt. Sowohl Art als auch Menge des Zuckers lassen sich durch die Enzyme, die Temperatur und die Dauer des Erhitzens steuern.
Übertragen auf die selbst gemachte Hafermilch heißt das nun: Gibt man 50 Gramm (12,5 Teelöffel!) Zucker in einen Liter manuell hergestellter Hafermilch, erhält dieser dieselbe Zuckermenge. Das Ärgerliche dabei ist, dass das Verfahren des Erhitzens nicht auf der Verpackung angegeben werden muss – und das Produkt somit als »zuckerfrei« beworben werden kann.

Hafer-Sahne

100 g Haferflocken oder noch besser: frisch gemahlener Hafer
400 ml Wasser
1 EL pflanzliches Öl
eine Prise Meersalz

Den Hafer mit dem Wasser in einen Mixer geben und kräftig durchmixen. Das geht auch mit einem Pürierstab in einem hohen Gefäß. Danach fünf Minuten stehen lassen. Die Masse wird jetzt etwas dicker.
Noch einmal durchmixen und langsam das Öl und das Salz dazugeben. Dann wieder eine Weile ruhen lassen und danach durch einen Nussmilchbeutel seihen. Dabei legt man besser direkt Hand an und »melkt« den Beutel, sonst dauert das Durchlaufen wirklich zu lange.
Falls einem die Konsistenz zu dick ist, kann noch Wasser hinzugefügt werden. Dann wird nach und nach Hafermilch daraus. Einfach ausprobieren, welcher Flüssigkeitsgrad einem am besten schmeckt.
Anstatt des Nussbeuteln lassen sich auch Wäschesäcke verwenden.
 

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