Pro Stunde werden in Deutschland rund 320 000 Coffee-to-go-Becher verbraucht. Der schnelle Kaffee stellt eine enorme Belastung für die Umwelt dar, denn er verursacht, besonders in großen Städten, einen Haufen Müll. Auch Potsdams Abfalleimer quellen regelmäßig über. Abhilfe soll der PotsPRESSO – ein Projekt der ehrenamtlichen Potsdamer Bürgerstiftung – schaffen. Für alle umweltbewussten Potsdamer und Touristen bietet der Mehrwegbecher, der aus Resten biologischer Papierproduktion besteht, eine Alternative zur herkömmlichen Papptasse. Vorstandsvorsitzende Marie-Luise Glahr erklärt, wie das System funktioniert: »Die Becher werden den beteiligten Mitmach-Shops kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Kunde bezahlt einen Pfandwert von 2 Euro, den er aber bei Abgabe des Bechers zurückbekommt, egal, wo er ihn abgibt.« Schon im Januar 2018 begann das Stiftungsteam mit dem Konzept etwa an Bäckereien, Cafés, Kantinen, Restaurants und an die ProPotsdam heranzutreten, um zu sehen, wie die Idee ankommt. »Wir haben viel positives Feedback erhalten und uns bestätigt gefühlt. Das Thema ist aktueller denn je. Überall werden Lösungen für das Becher-Problem gesucht«, erklärt Glahr. Manche Cafés versuchen, eigene Strategien zu entwickeln, zudem gibt es bereits Pfand-Projekte wie ›Recup‹. Hier tragen allerdings die Läden ein finanzielles Risiko, anders als beim PotsPRESSO. »Wir sind der Meinung, dass es für Potsdam ein einziges funktionierendes Pfandsystem geben sollte«, so Glahr.
Seit Jahren fördert und unterstützt die Potsdamer Bürgerstiftung gemeinnützige, städtische Projekte. Der PotsPRESSO ist nach ›Potsdam wichtelt‹ die zweite eigene Kampagne der Stiftung. Marie-Luise Glahr und ihr Team haben bisher nicht genug Kapital für die komplette Finanzierung und wollen deshalb zusammen mit den Potsdamern aktiv werden. Auf der Websei-te betterplace.org wurde eine Crowdfunding-Aktion gestartet, wo noch bis Mitte Oktober gespendet werden kann. Um das Pfandsystem im Dezember einführen und die ersten 20.000 Becher bestellen zu können, müssen rund 60.000 Euro gesammelt werden. Eine große Herausforderung. Stetig versuchen die Ehrenamtlichen zudem, Sponsoren zu gewinnen, und hoffen auf das Preisgeld des Förderwettbewerbs ›Gemeinsam FÜR Potsdam‹. Ab dem 20. August 2018 wird die Limited Edition, also die ersten 1500 Becher, die mit einer 1 versehen sind, für 6,95 Euro unter anderem bei den Bäckereien Fahland und Exner, in der Touristen Information, im Café Kieselstein und im Café Central verkauft.

www.potspresso.de
www.potsdamer-buergerstiftung.com
www.gemeinsam-fuer-potsdam.de
www.betterplace.org

 

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