Foto: Theresia Koch

Die Sommerferien liegen hinter uns und der Familienalltag hat uns wieder fest im Griff. Aufstehen, Frühstück vorbereiten, Kinder fertig machen, Kinder zu Kita oder Schule bringen, arbeiten und am Nachmittag und Abend geht das Unterhaltungs- und Versorgungsprogramm dann weiter. Nicht selten setzt sich die Arbeit für Eltern nach dem Einschlafen der Kinder fort: Haushalt und liegen gebliebene Aufgaben werden dann noch schnell erledigt, bevor man müde ins Bett fällt. Und am nächsten Tag geht das Ganze wieder von vorn los.
Eltern haben einen ständigen »Rundblick« und versuchen, alles im Visier und unter Kontrolle zu haben: die Elternversammlung am Abend, das Besorgen des Geschenks für den anstehenden Kindergeburtstag, zu dem das Kind eingeladen ist, und das Fußballturnier am Wochenende. Die Liste könnte endlos weitergeführt werden, das ist eben der ganz normale Familienwahnsinn. Normal ist allerdings nicht, dass Eltern oft ganz nachlässig mit sich selbst umgehen und den Blick auf sich im Lauf der Jahre verloren haben. Man konzentriert sich meistens nur darauf, dass es allen im näheren Umfeld gut geht, und vergisst dabei das Allerwichtigste – sich selbst. Dabei ist man allein für sich verantwortlich. Und wenn es Mama oder Papa nicht gut geht, dann wird es auch irgendwann der ganzen Familie nicht gut gehen.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist es wichtig, regelmäßig eine Auszeit einzulegen. Einfach eine Pause von dem, was einen jeden Tag in Beschlag nimmt: die Arbeit, die Familie, der Haushalt, die Erledigungen. Wichtig ist, dass man sich regelmäßig eine Pause gönnt – und nicht erst, wenn es wieder fast zu spät ist und man das Gefühl hat, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Es ist sehr hilfreich, wenn man die Auszeit gezielt in den Alltag integriert, etwa wenn vorm Abholen der Kinder noch ein bisschen Luft ist oder die Kinder im Bett liegen. Denn dann kann sie auch nicht einfach vergessen werden.
Wann man die Pause nimmt, ist eigentlich egal. Bedeutender ist es, dass man sie auch umsetzt! Denn natürlich ist es manchmal sehr verlockend, schnell (dieses Wort sollte man sowieso aus seinem Vokabular streichen) noch etwas wegzuarbeiten, bevor die Kinder aus der Kita oder der Schule nach Hause kommen. Dabei können manche Arbeiten einfach warten und sind in dem Moment überhaupt nicht so wichtig wie die Zeit für sich selbst. Und eines ist sicher: Den Kindern ist es völlig egal, ob unter dem Tisch noch die Krümel vom Frühstück liegen. Es ist ihnen allerdings nicht egal, wenn die Energiereserven der Eltern rot blinken und ihre Laune im Keller ist.
Also, was tut einem gut? Ist es eine schöne Tasse Kaffee oder ein Buch oder eine Joggingrunde im Park? Egal, was es ist, große Kinder würden dazu nur sagen: »Chill mal dein Leben!« – und damit haben sie verdammt Recht!

Mehr Artikel sind auf den Seiten des neuen Familienmagazins POLA (www.pola-potsdam.de) zu finden.

 

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