Foto: Sieglinde Thürling

Durch den Naturpark Barnim führen viele gut markierte Wanderwege. Eine der schönsten Strecken beginnt am Markt Biesenthal und führt durch das Biesenthaler Becken zum Hellsee. Entlang an den sandigen Hängen des Heidebergs, von denen der Blick über die weiten Pfauenwiesen schweift, geht es zu den Schweinebuchtenbergen. Verblüffend ist die Vielfalt der Natur auf relativ kleinem Raum: Wiesen, lockerer Kiefernwald mit Eichen versetzt, ein Feuchtgebiet und wieder Kiefernwald und Feuchtwiesen, durch die sich das Rüdnitzer Fließ schlängelt. Kurz hinter Zweibrücken zweigt der mit einem blauen Punkt markierte Wanderweg (66-Seen-Wanderweg) ab und folgt dem Hellmühler Fließ. Als Fließe werden hier die naturnahen Flachlandbäche bezeichnet, die vom Rande her das Biesenthaler Becken durchziehen und sich zum Finow-Fließ vereinigen. Sie sind ökologisch besonders wertvoll, da sie von Biber und Fischotter bewohnt werden.
Das Hellmühler Fließ ist anfangs durch einen Erlenbruchwald verdeckt. Dann führt der Weg durch Kiefernmischwald und an einer Wiese vorbei zu dem schwankenden Steg, der die Bachufer miteinander verbindet. Hier, am Tor zur »Biesenthaler Schweiz«, steht auch der leider verschlossene »Wander-Briefkasten«, der von den Natur-Freunden der Ortsgruppe Hellmühle betreut wird. Der Wanderweg verläuft nun am Rande der wildromantischen Buchenschlucht, einem tief eingeschnittenen, von Buchen gesäumten Durchbruchstal. Auf einem Kilometer – länger ist die Strecke nicht – kommt man aus dem Schauen und Staunen nicht heraus. Das Sonnenlicht rollt die steilen Hänge herab, umgestürzte Bäume liegen quer über Weg und Bach, und die Buchen, die über das dunkle Tal hinausblicken wollen, scheinen hier tatsächlich höher zu sein als anderswo. Sie strecken ihre knorrigen Wurzeln aus dem sandigen Erdreich und halten sich fest – hoffentlich noch lange. Unter ihnen plätschert das Fließ, nimmt eine Quelle auf, mäandert. An den Uferwänden sind hier und da die Bruthöhlen des Eisvogels zu sehen. Schließlich öffnet sich das Tal und die Hellmühle ist erreicht. Folgt man der Asphaltstraße nach links, gelangt man nach rund 150 Metern zum Blockhaus »Uli-Schmidt-Hütte«, das von der Ortsgruppe Hellmühle als Naturlehrkabinett genutzt wird. Gleich daneben befindet sich ein Rastplatz mit überdachten Tischen und Bänken. Durch die Bäume schimmert der lange, tief eingesenkte Hellsee. Auch hier sind die steilen Uferhänge mit Buchen und einzelnen Kiefern bewachsen. Wandert man nun auf der Straße zurück und überquert die Brücke über das Hellmühler Fließ, kommt man am Alten Hellmühler Weg (Markierung blauer Strich) an. Nach dreieinhalb Kilometern ist der Biesenthaler Markt erreicht. [Edda Gutsche]

Anreise: RE 3 von Berlin, Bernau oder Eberswalde bis Biesenthal oder ab Bernau nach Biesenthal mit Bus 896; mit dem PKW über B 2 oder A 11 bis Abfahrt Lanke

 

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